Frankfurt: Sonntagabend. Eines der wichtigen Spiele unserer Fußballnationalmannschaft. Am Vor- und Nachmittag die Deutschen Meisterschaften der Leichtathletik in Wattenscheid. Was gibt es zurzeit Wichtigeres im Deutschen Sport? Für die über 300 Kinder und Jugendlichen die zum Turntag des Turngau Frankfurt gekommen waren – die eigene Leistung, die hoffentlich zum Erfolg ausreichte.
Die Rahmenbedingungen: Der erfahrene Ausrichter, die SG Enkheim mit zahllosen Helfern. Drei Sportstätten. Das Riedstation, die große und die kleine Halle der Schule am Ried (Riedsporthalle). Zur Eröffnung trafen sich alle im Station. Zu diesem Zeitpunkt und am Nachmittag bei der Siegerehrung war ersichtlich wie groß die Anzahl der Teilnehmer war. Dazwischen verteilten sich die jungen Turnsportler auf die drei Sportstätten.
Die Begrüßung und Eröffnung am Morgen durch Robert Sommer von der Turnjugend Frankfurt, den Geschäftsführer des Turngau Frankfurt Volker Gilbert und die Vorsitzende des Ortsbeirates Bergen-Enkheim Frau Müller-Friese. Sie brachte hierbei zum Ausdruck, dass sie nicht nur in ihrer politischen Funktion vor Ort war. Sondern als Mutter durch ihre Kinder auch mit dem gastgebenden Verein SG Enkheim verbunden ist. Dann erst einmal ein Geburtstagsständchen aus wahrscheinlich über 400 Kehlen, wenn man die Helfer, Wertungsrichter und, und, und mitrechnet, für eine junge Übungsleiterin der SG Enkheim die auch an ihrem Geburtstag für ihren Sport tätig war. Und dann? Die gemeinsamen Aufwärm- und Dehnübungen unter Anleitung des Geburtstagskindes Sarah Tausch. Danach ging der Pulsschlag der Kinder und Jugendlichen in die Höhe. Die Wettkämpfe begannen.
In der großen Halle hießen die Disziplinen: Boden oder Bodenbahn, Barren, Sprungbock, Kasten, Sprungtisch, Schwebebalken, Reck und Sprung. Zu beobachten war die Körperbeherrschung, Kraft und weitere Fertigkeiten. Angefangen von den Kleinsten der Jahrgangsstufe 2005 und jünger bis zu den „Älteren der Jahrgangsstufe 1998–2000. Sicher gab es hier Unterschiede in den Ausführungen doch Jeder gab sein absolut Bestes.
In der kleinen Halle waren das Minitrampolin und die dicke Sprungmatte aufgebaut. Auch hier waren für die Sprünge mit Drehung die Körperbeherrschung, die Balance und die Orientierung gefragt. Für die Ausführung wurden wie in der großen Halle Wertungspunkte vergeben.
Im Riedstation mussten die Teilnehmer möglichst schnell laufen, weit springen und weit werfen können. Alles Sportarten die mit der Stoppuhr und dem Maßband messbar sind. Ariane Friedrich wäre über die Wetterbedingungen, die zu Hochleistungen anregten, erfreut gewesen und hätte ihre Qualifikation mit 1,95 m Höhe wahrscheinlich erfüllt. Auch die Mannschaftssportarten Pendelstaffeln und die Stationrunde in Form einer Staffel mit je acht Mal 50 Meterstrecke hatten hier ihren Platz.
War’s das? Nein. Dem modernen sportlichen Trend folgend konnten die jungen Turner ebenfalls in der kleinen Halle die Prüfungen zu ihrem Rope Skippingabzeichen ablegen. Flasche leer? Nein. Für immer noch überschüssige Energien und zur Überbrückung von Wartezeiten wurde auf dem Hartplatz im Riedstation noch Einiges geboten. Ein Erlebnisparcours. Aber nicht nur für die bereits Aktiven. Die mitgereisten jungen Freunde, Brüder und Schwester wurden hier ebenfalls angesprochen ihre Erfahrun-gen mit ihren vorhandenen oder mangelhaften Fähigkeiten zu machen. Sackhüpfen im Slalom, Hindernispaarlauf mit zusammengebundenen Füßen, ein Zuwerfspiel bei dem das Weiterkommen vom Fangen eines Balles abhängig war, das Luftballon-rennen, der Staffelwettbewerb trittsicher ins Ziel, Zielwerfen in einen im Handballtor befindlichen Fensterrahmen waren das Eine. Andere Fähigkeiten konnten beim Riechtest, Hörmemory, der Suche nach drei Pferden in einem Bild und dem Finden von fünf Fehlern in zwei eigentlich übereinstimmenden Bildern, der Fühlkiste und dem Barfußpfad mit verbundenen Augen erfahren werden. Abgerundet wurde dieses Angebot durch die Möglichkeit Balancegeräte wie zum Beispiel Pedalo, Stelzen und, und auszuprobieren und auch hier das eigene Können festzustellen. Zumindest bei den letztgenannten Geräten konnten auch Erwachsene beim Ausprobieren beobachtet werden.
Anfeuernde Kinder, Jugendliche, Eltern und Betreuer bei den Staffelläufen auch wenn der erste Platz vielleicht schon weit weg war. Ein Erlebnis für die Akteure.
Hautfarbe, Staatsangehörigkeit, Sprache und Religion kein Thema an diesem Tag, eigentlich nie unter Turnern.
Die Veranstaltung eine Möglichkeit die Kinder und Jugendlichen an Wettbewerbe heranzuführen. Wo sonst als in Turn- und Sportvereinen sollen Talente entdeckt und gefördert werden, damit vielleicht eines Tages eine WM- oder Olympiamedaille für Deutschland errungen wird? Hierzu gehören auch diese Wettkampfveranstaltungen. Ebenfalls die Gau-Mannschaftsmeisterschaften weiblich am 23. und 24. Juni in der Mehrzweckhalle am Martinszehnten. Hier werden die Wertungsrichtlinien dann strenger gehandhabt werden.
Nicht nur zur Zeitüberbrückung! Eine Demonstration was möglich ist, wenn man sich die nötige Körperbeherrschung erworben hat. Die Vorführung von Jugendlichen aus der SG Enkheim. Mittels Trampolin spektakuläre Sprünge über die Kästen auf die Weichmatte. Aufgepeppt durch die kreative Schau. Das war allen ein nochmaliger dicker Applaus wert.
Dann die Siegerehrung durch Tanja Krause und Robert Sommer (Turnjugend Frankfurt) Volker Gilbert und Horst Delp (Turngau Frankfurt) für je 40 erste, zweite und dritte Plätze in den einzelnen Wettbewerben Gerätturnwahlwettkampf, Leichtathletikdreikampf, gemischter Wahlwettkampf, dem Premiumwettkampf bzw. Siebenkampf und nicht zu-letzt der Staffeln. Medaillen, Urkunden und Pokale in Händen von stolzen Kindern und Jugendlichen. Die Ergebnisse im Einzelnen sind bereits auf der Website der SG Enkheim www.sgenkheim.de und werden voraussichtlich kurzfristig auch auf der Website des Turngaus Frankfurt zu finden sein. Zahlreiche Fotos werden folgen. Der Turngauvorsitzende Horst Delp nahm die Siegerehrung zum Anlass sich im Namen des Turngaus nochmals bei den vielen Helfern und der SG Enkheim für die Durchführung der gesamten Veranstaltung zu bedanken. Aber auch bei den Eltern, dass sie den Turn- und Sportvereinen das Vertrauen schenken und ihre Kinder den qualifizierten Händen anvertrauen.
Die Akteure mit Betreuern aus 16 Frankfurter Vereinen reisten dann wieder in ihre fast genau so vielen Frankfurter Stadtteile. Am Abend haben sie ebenfalls erfolgreich ihrer Fußballnationalmannschaft die Daumen gedrückt und bis zu letzt mitgefiebert.
(Presseinformation der Turngau Frankfurts Nr. 13/2012)